Unsere Reise geht nun langsam dem Ende zu und irgendwie spürt man es schon. Man macht sich schon öfter Gedanken, was einen erwartet und wie ivel Arbeit ist liegen geblieben ist. Aber wir lassen uns von diesen Geistesblitzen nicht unterkriegen, im Gegenteil, wir versuchen nochmal Gas zu geben und versuchen alles erdenkliche mit zu nehmen. Es geht also heute zum Mt. Taranaki!

Der Berg zählt zu einer der jüngsten Vulkanen und ist mit 2500m schon von weitem gut zu erkennen. Er wirkte von weitem wir falsch im Land platziert, da es rings rum recht Flach ist. Durch das leicht neblige Wetter konnte man ihn von weitem zwar erahnen, es wirkte aber fast unecht. Mehrere Straßen führen zum Berg, wir beschlossen die Route zu nehmen, an der wir der Spitze am nächsten kamen um einen Walk zu machen.
Jetzt von Nahen ist der Vulkan sehr eindrucksvoll und überrascht mich mit dichter Vegetation. Die Straße die wir fahren ist quasi in den Wald geschlagen worden und nur so breit wie gerade nötig. Der Walk war erwartend steil an einigen Passagen, belohnt wurden wir mit einem tollen Wasserfall, gespeist vom eiskalten Bergwasser. Barfuß durch das Wasser zu laufen erwies sich als ziemlich blöde Idee, wie ich festellen musste. Das Wasser war dermaßen kalt, dass mir nach wenigen Sekunden die Füße drohten abzufallen. Da es sich mit Gehstumpen schlecht laufen lässt entschied ich mich für das rettende Ufer. Weiter ging es nach Waitomo.

Waitomo bedeutet übersetzt Loch im Boden. Warum? Das sollten wir noch herausfinden. Wir checkten also noch am späten Abend in einem Campingplatz ein, verließen diesen aber sofort wieder um uns im Dunkeln die Höhlen anzusehen. Das klingt jetzt erst einmal nach einer saublöden Idee, macht aber Sinn, wenn man weiß, dass es dort von Glühwürmchen nur so wimmelt. Zu den Glühwürmchen in Neuseeland muss gesagt werden, dass es, nicht wie bei uns, tatsächlich kleine Würmer sind. Sie hängen an feuchten Wänden und Decken und durch eine chemische Reaktion an ihrem Hintern leuchtet dieser. Jemand sagte es sei die Sch***e die da leuchtet, aber das kann und will ich nicht wahr haben! Wir tasteten uns also langsam mit einer kleinen Taschenlampe voran. Der Weg war schmal und man hörte immer wieder das Rauschen eines Baches. Irgendwann sind wir in eine Höhle. Auf dem Weg hingen die Würmer schon überall rum, aber in der Höhle war das doch noch eindrucksvoller. Richtig gut sollte es aber erst am nächsten Morgen werden.

Black Water Rafting ist das Stichwort! Das funktioniert folgendermaßen: Man quetscht sich in einen noch nass-kalten Neoprenanzug, zieht ein paar Gummischuhe an, setzt einen Helm auf und schnappt sich einen Gummiring. Anschließend lässt man sich von zwei überdrehten Mädels instruieren, was man tun kann um nicht drauf zu gehen. Mit einer Gruppe von 12 Leuten kriecht mach dann in einen Spalt im Boden, der so eng ist, dass man ihn beim Wandern durchaus hätte übersehen können. Man steigt bis zur Hüfte (je nach Körpergröße, die Japaner mussten hier quasi schon tauchen) in das eiskalte Wasser und los ging‘s. Die Kleine Lampe am Helm ließ oft nur erahnen wir groß diese Höhle tatsächlich war. Man ließ sich also abwechselnd von der Strömung im Ring treiben oder kletterte. Bei einer Passage mussten wir die Lampen ausschalten. Der Blick an die Decke war einfach atemberaubend. Die Decke war voll mit Glühwürmchen, das Licht wurde von der Wasseroberfläche reflektiert. Es sah einfach irre aus! Wir mussten noch von zwei kleinen Wasserfällen springen und kamen dann einer eine schöne Stelle zur Demonstration warum – aufgepasst – es Waitomo heißt. Direkt über uns war ein Loch in ca. 15m Höhe, kaum größer als eine Handfläche, man konnte aber deutlich das Tageslicht sehen. Diese Löcher gibt es wohl des Öfteren und daher der Name. Eine aufregendes Erlebnis.

 

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