Neuseeland

Ohne direktes Ziel sind wir an dem Morgen, nach den Höhlen, gestartet. Wir wussten nur, es geht Richtung Hamilton. Der Lonely Planet wusste Rat und wir entschieden uns für Raglan. Eine sehr bekannte Gegend für Surfer aus aller Welt. Die Küste bietet optimale Bedingungen und es ist genügend Platz. Das kleine, wirklich schöne Städtchen bietet alles was das Herz begehrt…zu unverschämten Preisen. Aber dank unserer Wagenvermietung bekamen wir auf einem wirklich tollen Campingplatz einen ordentlichen Rabatt. Auch die Gegend um Raglan ist wunderschön mit riesigen Stränden. Irgendwie kann man davon einfach nicht genug bekommen. Ich meine wir müssen nicht mehr jeden fotografieren und wir haben nun wirklich schon extrem viele gesehen, aber es tut immer wieder gut am Strand zu sitzen und aufs Meer zu schauen. In Hönebach kann ich dann wieder Richtung Autobahn schauen…super.

Weiter ging es Richtung Hamilton und auf dem Weg haben wir einen Anhalter mitgenommen. Einen schmächtigen 17 jährigen mit einem fantastischen Humor. Er erzählte uns, dass er mit seinen Eltern von Südafrika ausgewandert sei. Er wusste nicht so ganz was er machen soll und hat die Schule abgebrochen um erst einmal ein bisschen zu chillen. Die meiste Zeit kifft er wohl mit seinen Freunden in Hamilton. Auf der Fahrt hat er mich echt oft zum Lachen gebracht mit seinen Geschichten.
In einer iSite, einem Informationszentrum für Touristen, haben wir uns dann Clarks-Beach von einer dicken Frau empfehlen lassen, sie wusste auch wo es die größten Portionen Eis gab, eine klare Insiderinformation und die Frau musste es wissen. Also los ging es. Das Eis war wirklich groß, aber auch nicht billig, aber geschmacklich einwandfrei. Der Campingplatz war ok, mit einem großen Gemeinschaftraum. Wir warfen unsere gesamtes Restessen in eine Pfanne und klebten es mit Käse zusammen. Ein königliches Mahl füllte unsere Mägen. Weil wir bereits alle Kartenspiele gespielt und alle Bücher gelesen hatten schauten wir Big Bang Theory. Fühlte sich schon fast an wie zu Hause.

Am nächsten Morgen trafen wir kurz vor Auckland unsere Freunde Joana & Nico wieder. Wir waren etwas früher am Treffpunkt und so beschloss Kaya eine Pediküre machen zu lassen. Vereinbart waren 20min, gedauert hat es doppelt so lange. Vier Wochen Urlaub im Bus gingen auch an Kaya nicht spurlos vorbei. Egal, das Ergebnis war hervorragend! Also Joana & Nico dann eintrafen sind wir zusammen zum traurigen Abschied unseres Hauses gefahren, wir mussten Darth abgeben. Er war ein treuer und zuverlässiger Gastgeber und er hat ja dieses Abenteuer erst möglich gemacht, trotz seiner 390.000km auf der Uhr. Unsere Rucksäcke waren deutlich schwerer als vorher und standen ordentlich unter Spannung. Aber wir haben alles unter bekommen.

Mit den beiden haben wir uns ein 4-Leute-Häusschen nahe dem Flughafen auf einem Campingplatz genommen. Ein „eigenes“ Bad zu haben war schon toll, für die Beiden war aber eher das Bett was tolles, sie waren nämlich vorher nur mit Zelt unterwegs. Gekrönt wurde der Abend von einem wunderbaren BBQ und viel Wein. Leider habe ich echt schlecht geschlafen, Kaya ging es ähnlich. Der Körper werte sich wohl von der schönen Insel Abschied zu nehmen.

Am nächsten Morgen fuhren uns die beiden an den Flughafen. Alles verlief reibungslos. Natürlich waren unsere Rucksäcke deutlich schwerer als bei der Abreise, der Familie wollte man ja was mitbringen, aber wir lagen noch im Rahmen. Wir waren noch ziemlich gerädert vom Vorabend, aber an Schlaf war nicht zu denken.
Neuseeland verabschiedete uns so wie es uns empfangen hat, mit dichten Wolken und etwas Regen. Als wir im Flugzeug saßen und starteten waren wir beide schon sehr traurig. Ein Blick aus dem Fenster machte deutlich, dass es nun Zeit war Tschüss zu sagen. Die Landschaft wurde immer kleiner und langsam schloss sich die Wolkendecke unter uns, als würde ein Traum langsam ausgeblendet werden. Mach’s gut Neuseeland und danke für die Gastfreundlichkeit, das tolle Wetter, die unbeschreibliche Landschaft, die interessanten Tiere und die stets freundlichen und hilfsbereiten Menschen. Es war einfach eine unglaubliche Zeit an die wir uns sicher unser ganzes Leben gerne zurückerinnern werden.

 

Unsere Reise geht nun langsam dem Ende zu und irgendwie spürt man es schon. Man macht sich schon öfter Gedanken, was einen erwartet und wie ivel Arbeit ist liegen geblieben ist. Aber wir lassen uns von diesen Geistesblitzen nicht unterkriegen, im Gegenteil, wir versuchen nochmal Gas zu geben und versuchen alles erdenkliche mit zu nehmen. Es geht also heute zum Mt. Taranaki!

Der Berg zählt zu einer der jüngsten Vulkanen und ist mit 2500m schon von weitem gut zu erkennen. Er wirkte von weitem wir falsch im Land platziert, da es rings rum recht Flach ist. Durch das leicht neblige Wetter konnte man ihn von weitem zwar erahnen, es wirkte aber fast unecht. Mehrere Straßen führen zum Berg, wir beschlossen die Route zu nehmen, an der wir der Spitze am nächsten kamen um einen Walk zu machen.
Jetzt von Nahen ist der Vulkan sehr eindrucksvoll und überrascht mich mit dichter Vegetation. Die Straße die wir fahren ist quasi in den Wald geschlagen worden und nur so breit wie gerade nötig. Der Walk war erwartend steil an einigen Passagen, belohnt wurden wir mit einem tollen Wasserfall, gespeist vom eiskalten Bergwasser. Barfuß durch das Wasser zu laufen erwies sich als ziemlich blöde Idee, wie ich festellen musste. Das Wasser war dermaßen kalt, dass mir nach wenigen Sekunden die Füße drohten abzufallen. Da es sich mit Gehstumpen schlecht laufen lässt entschied ich mich für das rettende Ufer. Weiter ging es nach Waitomo.

Waitomo bedeutet übersetzt Loch im Boden. Warum? Das sollten wir noch herausfinden. Wir checkten also noch am späten Abend in einem Campingplatz ein, verließen diesen aber sofort wieder um uns im Dunkeln die Höhlen anzusehen. Das klingt jetzt erst einmal nach einer saublöden Idee, macht aber Sinn, wenn man weiß, dass es dort von Glühwürmchen nur so wimmelt. Zu den Glühwürmchen in Neuseeland muss gesagt werden, dass es, nicht wie bei uns, tatsächlich kleine Würmer sind. Sie hängen an feuchten Wänden und Decken und durch eine chemische Reaktion an ihrem Hintern leuchtet dieser. Jemand sagte es sei die Sch***e die da leuchtet, aber das kann und will ich nicht wahr haben! Wir tasteten uns also langsam mit einer kleinen Taschenlampe voran. Der Weg war schmal und man hörte immer wieder das Rauschen eines Baches. Irgendwann sind wir in eine Höhle. Auf dem Weg hingen die Würmer schon überall rum, aber in der Höhle war das doch noch eindrucksvoller. Richtig gut sollte es aber erst am nächsten Morgen werden.

Black Water Rafting ist das Stichwort! Das funktioniert folgendermaßen: Man quetscht sich in einen noch nass-kalten Neoprenanzug, zieht ein paar Gummischuhe an, setzt einen Helm auf und schnappt sich einen Gummiring. Anschließend lässt man sich von zwei überdrehten Mädels instruieren, was man tun kann um nicht drauf zu gehen. Mit einer Gruppe von 12 Leuten kriecht mach dann in einen Spalt im Boden, der so eng ist, dass man ihn beim Wandern durchaus hätte übersehen können. Man steigt bis zur Hüfte (je nach Körpergröße, die Japaner mussten hier quasi schon tauchen) in das eiskalte Wasser und los ging‘s. Die Kleine Lampe am Helm ließ oft nur erahnen wir groß diese Höhle tatsächlich war. Man ließ sich also abwechselnd von der Strömung im Ring treiben oder kletterte. Bei einer Passage mussten wir die Lampen ausschalten. Der Blick an die Decke war einfach atemberaubend. Die Decke war voll mit Glühwürmchen, das Licht wurde von der Wasseroberfläche reflektiert. Es sah einfach irre aus! Wir mussten noch von zwei kleinen Wasserfällen springen und kamen dann einer eine schöne Stelle zur Demonstration warum – aufgepasst – es Waitomo heißt. Direkt über uns war ein Loch in ca. 15m Höhe, kaum größer als eine Handfläche, man konnte aber deutlich das Tageslicht sehen. Diese Löcher gibt es wohl des Öfteren und daher der Name. Eine aufregendes Erlebnis.

 

Nach den Tagen in den verlassenen Catlins, dem suedlichsten Punkt Neuseelands habe wir es genossen wieder in einer Stadt zu sein und waren ausgiebig bummeln. Da die Schokoladenfabrik so lecker gerochen hat (von aussen!), haben wir fuer den naechsten Tag eine Fuehrung durch die Fabrik gebucht. Wir haben zwar nciht so viel verstanden von dem, was er uns erzaehlt hat, Hauptsache wir haben aber massenhaft Schokolade bekommen. Ehrlich gesagt haben die Kiwis einen etwas seltsamen Geschmack: Wer mag schon Marshmellows mit Schokolade drum herum?? Hier in Neuseeland steht das ganz hoch im Kurs…

Auf dem Campingplatz in Dunedin haben wir dann zwei deutsche wieder getroffen, die auch in Milford Sound schon neben uns gecampt haben und wir kamen ins Gespraech. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Deutsche man hier trifft!

Nach Dunedin ging es weiter nach Christchurch – wir haben lange ueberlegt, ob wir dort hinfahren wollen da es ja von dem Erdbeben vor einem Jahr noch ziemlich zerstoert ist. Andererseits haben wir von einer Neuseelaenderin gehoert, dass die Leute dort noch immer sehr auf den Tourismus angewiesen sind und wir planten, zumindest mal vorbei zu fahren, es lag ja eh auf dem Weg.

In Christchurch im Industrie- und Gewerbegebiet sowie in den aeusseren Gebieten hat man nicht viel von der Zerstoerung gesehen, je weiter wir ins city center kamen desto mehr sah man Strassenbauarbeiten und desto weniger war auf der Strasse los. Das Cathedral Square, die Innenstadt, war komplett gesperrt und man durfte weder zu Fuss noch mit dem Auto dort hinein. Vor 5 Jahren war ich schon einmal in Christchurch und ich war geschockt, wie anders und wie zerstoert es war. Viele Gebaeude waren abgerissen, die Shops fast alle geschlossen und ueberhaupt waren sehr wenige Menschen auf der Strasse. Wir machten nur kurz bei Pak ‘n Save Halt und fuhren dann weiter auf einen Campingplatz einige km von Chch entfernt, direkt am Strand. Dort war es nicht weniger gruselig, der Platz stand voll mit Campern aber nirgendwo war ein Mensch zu sehen… Unheimlich.

Am naechsten Tag ging es weiter nach Keikoura, wo wir Wale beobachten wollten. Auf dem Weg buchten wir einen Bootstrip und freuten uns auf den naehctsen Tag. Keikoura ist ein kleines Hafenstaedtchen mit vielen Shops, Cafes und natuerlich Take-aways (die Take-away kultur der neuseelaender ist ziemlich gross!).

Wale kommen dorthin, weil durch die Kontinentalplatten sehr flache und sehr, sehr tiefe gewaesser nah beieinander liegen und dort viel Futter fuer die Wale rumschwimmt. Als wir zu der Whale Watch Station gingen, wurde direkt daneben auch Helikopterfluege angeboten, zwar nur 20 min aber dafuer war man schneller bei den Walen und hat sie auch von oben gesehen und nciht nur die Flosse.

Kurzerhand stornierten wir unsere Boots-Buchung und flogen mit dem Helikopter zu den Walen. In der Kaikoura Bucht sind das ganze jahr4 Pottwale zu sehen die dort leben. Ich habe nachgefragt, es gibt sehr strikte einschraenkungen damit die Wale nicht zu sehr von dem tourismus gestoert werden also konnte ich das mit meinem gewissen vereinbaren. Die Aussicht von oben war atemberaubend!! Bilder folgen wenn wir wieder in einem richtigen Internet café sind.

Nach Keikoura sind wir nach Pictom gefahren, wo wir abends um halb 11 die Faehre nach Wellington genommen haben, wo wir nachts um 1 Uhr angekommen sind. Voellig fertig und muede sind wir auf den naechstbesten Campingplatz gefahren.

Den naechsten Tag verbrachten wir in Wellington, waren im Museum und bummelten durch die Stadt. Es gibt uebrigens keinen schlechten Kaffee in Neuseeland!

Viele Gruesse!

 

Nach einer Zeit bei den Gletschern haben wir eine der schönsten Städte in NZ angesteuert, Queenstown. Die Stadt kam einen vor als bestünde sie lediglich aus jugendlichen, meist Backpackern. Hier konnten wir uns vom wohl besten Hamburger der Welt überzeugen, dem Fergburger. Noch nie habe ich einen besseren gegessen, ganz im Ernst! Und auch Partytechnisch bietet Queenstown tolle Möglichkeiten um sich zu amüsieren. Natürlich muss auch das in vier Wochen mal sein und Kaya und ich ließen es krachen. Für überdurchschnittliche Leistungen bekamen wir sogar noch zwei T-Shirts und das erste Possum lief uns lebendig über den Weg. Es war ein super Abend!

Danach ging es nach Milford Sound. Dieser zählt wohl zu den schönsten Orten NZ. Das Wetter war großartig. Uns bietet sich eine großartige Kulisse von Bergen, Schluchten und einem traumhaften Fjord. Leider natürlich von Touristen völlig überlaufen. Trotzdem ein wunderschöner Ort wie auf einem Bilderbuch zum Träumen und verweilen. Unberührte Natur wohin das Auge reicht.

Weiter ging es in die Catlins. Meiner Meinung nach der verlassenste Ort NZ, mit noch mehr Natur zum Anfassen. Hier konnten wir Pinguine, Delfine, Robben und Seelöwen aus nächster Nähe beobachten. Und mit beobachten meine ich eigentliche, sich mit Ihnen den Strand teilen. Und eines kann ich euch sagen. So ein Seelöwe ist verdammt schnell die ersten 10m und sie sind echt angepisst, wenn man mit der Kamera zu nahe kommt. Aber ich war schnell genug. Also keine störenden Gitter sondern alles hautnah.

Mittlerweile sind wir in Dunedin, das ist eine der größten Städte auf der Südinsel. Hier kommt schon wieder richtiges Großstadt Feeling auf. Heute wollen wir noch in die Schokoladenfabrik. Gestern sind wir zufällig daran vorbei spaziert und dachten die ganze Zeit, warum riecht es hier überall nach Schokolade?! Bis wir dann sahen dass wir genau an der Fabrik waren. Die Schokoladenfabrik besteht vollständig aus Schokolade und die Straßen aus weißer Schokolade, ganz im Ernst! NZ ist super!

Das war es dann erst mal wieder von uns. Es ist kurz vor 9 in der Früh.

 

 

 

Lieber Nico,

Alles, alles Liebe und Gute Zum Geburtstag und eine phaenomenale Party heute abend!!

Fuehl dich gedrueckt!

Gruesse aus Neuseeland,

Kaya & Michi

Das sagen wir jetzt jedes mal wenn wir ins Auto steigen und es ist herrlich, zu wissen dass man an einem Tag so viel neues sehen wird und an einem neuen Campingplatz, in einem neuen Ort zu uebernachten.

Aber von (fast) vorne: In Picton gelandet sind wir auf einen ziemlich schoenen Campingplatz wo wir mit Wein und Pasta einen schoenen Abend hatten. Am naechsten Tag sind wir ins Meerwasseraquarium gegangen wo es Seepferdchen, Schildkroeten (hey Annika: stehen die Ninja Turtles noch?! :) ) Haie, Rochen, Fische und – Pinguine gesehen haben. Von Picton ging es weiter nach Nelson wo wir ein suendhaft teures Mittagessen gegessen haben (der Hunger war einfach zu gross) und dann weiter nach Marahau, an der Kueste der Fjorde entlang. Marahau ist das letzte Dorf vor dem Able Tasman track, einem Walk auf der wunderschoenen Halbinsel Able Tasman. Nihct umsonst heisst die Gegend dort auch “Golden Bay”. Am naechsten Tag haben wir uns ein kayak ausgeliehen und sind paddeln gegangen, immer an der Kueste entlang um dann an einem fast einsamen Sandstrand Pause zu machen. Dort habenw ir gemacht, was man halt an einem weissen Sandstrand so macht: Lesen, in der Sonne liegen, Loch buddeln, quatsch machen und chillen.

Der Weg zurueck zur Kueste war laenger als gedacht da es mittlerweile Flut war und wir die Entfernung unterschaetzt hatten. Aber gluecklich, erschoepft und etwas verbrannt von der Sonne kamen wir am Hafen an, gaben das Kayak ab und fuhren zu den Nelson Lakes, zu einem See der direkt unter Bergen liegt und nach dem windigen, unruhigen Meer unglaublich entspannend war. Dort haben wir etwas ganz neues kennengelernt: Sandflies! Obstfliegengrosse Fliegen die immer mit mindestens 50 Buddys auftauchen um Menschen zu quaelen und zu beissen. Mein Fuss ist ganz zerstochen und nachts Wache ich immer auf weil”s so juckt. Krrg krrg krrg. Mistviecher.

Von den Nelson Lakes sind wir nach einem kleinen Walk wieder on the road. In Westport haben wir eine Robbenkolonie besucht, die hatten gerade Kleinis und waren super suess. Leider ziemlich weit weg aber ist vermutlich besser so. Die Westkueste ist landschaftlich wunderschoen, immer wieder kommen grosse Buchten und straende wo keine menschenseele ist. Auf der anderen Seite der Strasse geht es meistens steil nach oben weil dort die Southern Alps beginnen. Hinter Westport haben wir auchw ieder auf einemkleinen Campingplatz – naja, eigentlich wars einfach nur die Wiese von dem Hauseigentuemer, einem Deutschen – uebernachtet . Auch dort waren die Sandflies ueberall, weshalb wir am naechsten Morgen einfach um halb 9 umgebaut haben und losgefahren sind, ohne fruehstueck, dusche oder sonstigem. Unterwegs haben wir an den Pencake rocks gehalten (seitdem hab ich unheinliche lust auf pfannkuchen), das sind gesteinsformationen die aussehen als wenn sie etliche schichten haetten. Als ich so da stand und aufs Meer gestarrt habe, sah ich sie ploetzlich: Delfine!! Ganz winzig, erst dachte ich das seien Robben oder einfach Steine aber man sah immer mal wieder die Flosse hochkommen. Juchuu, endlich! Einmal ist sogar einer gesprungen. Ich starrte noch eine ganze weile aufs meer und beobachtete sie, Michi machte Fotos von den Pfannkuchensteinen und dann ging es weiter nach Hokitika wo wir Joana und Nico treffen wollten. In Deutschland bekommen es Joana und ich ungefaehr alle 1,5 Jahre mal hin uns zu treffen, da sie auch gerade durch NZ touren trafen wir uns dann halt am anderen Ende der Welt. Der Abend war super, wir hatten ein richtig fettes Essen mit BBQ, Bratkartoffeln und Salat und natuerlich Bier und Wein. Etwas angetrunken gingen wir dann mitten in der Nacht in eine Schlucht wo tausende von Gluehwuermchen um uns herum waren. Es war sooo schoen!

Am naechsten morgen schlenderten wir noch etwas durch die Stadt, tranken Cappucchino und dann trennten sich unsere Wege leider wieder: Joana und Nico tourten weiter Richtung Auckland, Michi und ich wollten ganz runter in den Sueden. Aber da wir den gleichen Abflugtag haben (Joana & Nico fliegen allerdings nach Australien zurueck), treffen wir uns in AKL noch einmal.

Michi und ich waren also On the Road again und stoppten in einer alten Goldgraeberstadt wo wir einen Walk durch ein ehealiges Goldgraebergebiet machten. Das war vielleicht gruselig, am Ende kamen wir an einem alten Friedhof vorbei wo Grabsteine aus 1887 standen. Mit dem Meer im Hintergrund und der Sonne am Himmel wirkte das alles sehr skurril, ich wollte aber nicht im Dunklen dort entlanglaufen.

Von Ross, der Goldgraeberstadt ging es also weiter nach Okarito, wo es eine Lagune gibtt und wo wir eigentlich noch einmal Kayaken wollten. Es war aber sehr windig und schon spaet und der Campingplatz hat uns auch nicht sooo gut gefallen (war vor allem verhaeltnismaessig teuer), also beschlossen wir weiter nach Franz Josef zu fahren. Das war zwar noch ein ganzschoenes stueck, hat sich aber gelohnt> Der Campingplatz war super und wir liefen noch am glechen abend in der daemmerung ueber das Geroellfeld zum Gletscher. Das war so beeindruckend! Da es mit Worten schwer zu beschreiben ist, schaut euch lieber die Bilder an.

Jetzt sitzen wir in Fox, wo wir uns den zweiten Gletscher auch angeschaut haben. Heute geht es noch nach Wanaka und dann nach Queenstown.

Es geht uns sehr, sehr gut und wir sind sehr, sehr gluecklich.

Gruesse an alle!

Kaya

Nach Mt. Manganui haben wir unsere Reise durch Neuseeland fortgesetzt. Mittlerweile haben wir Übung darin unseren Van blitzschnell in ein Schlafzimmer oder eine Kochecke zu verwandeln. Wir haben gelernt was wirklich wichtig zu sein scheint. Nicht Geld oder langes schlafen…es sind trockene Klamotten, etwas leckeres zu essen, gute Gespräche und ab und an auch eine warme Dusche.

Unsere Reiseziel Rotorua war wieder einmal Abwechslung pur. Hier kocht der Boden, überall dampft es und Schwefelgeruch liegt in der Luft. Dies hat einen riesen Vorteil, man kann pupsen und es einfach auf irgendein Schwefelloch schieben. Super Sache! Teilweise wirkt die Gegend unwirklich, Schlammlöcher blubbern und Risse sind im Boden zu sehen. Der Campingplatz war aber super, denn er hatte drei warme Schwefelbäder. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht ob das gesund ist, aber wir haben es uns drinnen gemütlich gemacht. Nachdem das brennen auf der Haut nachgelassen hat und der Knochen deutlich zu erkennen war konnten wir es genießen. Nein im Ernst, es war herrlich. Was echt seltsam ist, dass man unglaublich viele Deutsche trifft, das mindert ein wenig das Flair. Aber Kaya und ich sprechen dann einfach italienisch, dann erkennt uns keiner (Habilibibilibab).

Das Wetter wurde langsam schlechter, die Stimmung allerdings nicht. Wir hatten vor unseren ersten großen Walk zu machen. Da bietet sich das große Waldgebiet Tongariro National Park an. Wald und eine Art Steppe geben sich hier die Hand. Das war mal wirklich ein abgelegener Campingplatz…ein Klo…sonst nix! Wir haben uns aber entsprechend gemütlich gemacht und selbst gekocht. Es gab Fisch in einer Orangensoße mit blanchierten Tomaten in Balsamiko…ähm…ach nee…Nudeln gab es! Die ganze Nacht hat es durchgergnet. Am nächsten morgen waren die Wanderwege überschwemmt. Wir entschieden uns das ganze auf dem Rückweg nochmal zu versuchen und reisten dem guten Wetter hinterher.

In der Nähe von Hutt Valley fanden wir wieder einen Campingplatz ohne Duschen. Ihr dürft mitzählen wie viele Tage wir bereits ungeduscht sind! Traumhaft schön war es dort und direkt an einem Fluss. Der Wald kam einem Dschungel gleich und wir konnten einen tollen Walk machen. Außerdem kamen wir an Rivendell vorbei….Lord of the Rings you know! Es war ein herrlicher Tag, doch die Nacht brachte wieder Regen mit.

Am nächsten Tag entschlossen wir uns aufgrund des Wetter rüber zur Südinsel zu fahren…nach wie vor ungeduscht.

Davon später mehr.
Es ist 13:05 Uhr Ortszeit und ein herrlicher warmer Sommertag in Picton.

Auckland haben wir hinter uns gelassen. Musst auch wirklich nicht laenger sein. Ich bin ja eh nicht das Stadtkind und fuer einen Stadtbesuch fliegt man auch nicht nach Auckland. Da gibt es Schoenere.

Kaya schlug Port Jackson vor, ein einsamer Ort. Ueber eine abenteuerliche Strasse…nein es war eher ein Feldweg, wo sich Schlagloecher und tiefe Schluchten die Hand reichen. Ich haette mir fast in die Hose gemacht, aber Kaya fuhr unbeirrt einfach weiter. Die Strecken dauern hier einfach lang im Vergleich zu Deutschland. Der Highway in NZ waere in Deutschland bestenfalls eine schlechte Bundesstrasse. Und das was hier noch als Strasse durchgeht waere bei uns wohl hoechsten auf einer Wanderkarte verzeichnet. So auch das letzte Stueck nach Port Jackson. Fuer 20km benoetigten wir eine gute Stunde. Es wurde mit einem einsamen Campingplatz belohnt. Wir parkten mit Blick aufs Meer. Bis zur Brandung konnte ich spucken. Wo waere das sonst moeglich?! Und das fuer knappe 5 EUR. Wie schliefen beim Meeresrauschen ein. Ein Morgenspaziergang ueber die gruenen Berge lies mich die kalte Dusche am Morgen vergessen. Die Voegel hier sind vollkommen durchgeknallt. Sie haben keine natuerlichen Feinde und so verhalten sie sich auch. Zwei haben uns schon “angegriffen”, damit habe ich nicht gerechnet! Die gesamte Gegend sieht aus als haette sie ein Kuenstler es einfach uebertrieben. Unglaublich schoen, hinter jeder Kurve! Man koennte stundenlang Bilder machen und Postkarten entwerfen.

Der naechste Stopp war der Hot Water Beach und Cathedral Cove. Der Hot Water Beach liegt ueber einer Magma-Kammer. Wenn man an manchen Stellen kann seine Fuesse im Boden vergraebt verbrennt man sich. Wenn man ein Wasserloch graebt hat man eine Badewanne. Nur moechte man sich mit 50 anderen Leuten im Schlamm welzen…nicht mein Fetisch. Also ab zur Cathedral Cove!

Eine Gegend die aussieht als sei sie fuer die Touristen gebaut worden. Unglaublich schoen, ein Felsen in einer Schlucht der einer Kathedrale aehnelt und absolut feiner Sandstrand. Man sieht auf den Bildern, dass es doch sehr bewoelkt ist. Bitte nicht taeuschen lassen, es ist herrlich warm und wir beide leiden schon unter dem ersten Sonnenbrand. Ozonloch sei Dank.

Im Moment sind wir in Mt. Maunganui. Die Kuestenstadt, wo Kaya die laengste Zeit gelebt hat. Es war so suess wie ihr die Traenen die Wangen runterflossen als wir ankamen. Der Campingplatz ist Purer Luxus, schon zuviel nach unserem Geschmack und Teuer. Aber dank perfekten Wetter haben wir uns entschlossen hier zwei Tage zu bleiben. Hier haben wir auch bereits Freunde getroffen.

Das erste Bier konnte ich hier auch trinken…sueffig kann ich da nur sagen. Fast wie Koelsch, geht an so einem Strand runter wie Oel. Heute Abend wandern wir auf den Mount und werden mal Nachtaufnahmen mit Stativ machen.

Ich kann verstehen, warum man hier leben moechte, die Stadt ist wunderschoen, ein Cafe jagt das naechste. Die Leute sind unglaublich freundlich und gelassen. Fremde sprechen einen an und wuenschen einem einen schoenen Tag. Man kommt sehr leicht mit Leuten ins Gespraech, niemand wirkt genervt…auch nicht die Menschen die arbeiten muessen! Ich denke wir werden es heute Mittag nochmal an den Strand legen.

Ich verabschiede mich und wuensche alles Lesern nur das Beste. Die meisten sind wohl gerade ins Bett. Es ist 13:05 Uhr Ortszeit. Gruss Michael

 

Ich bin zurück in Mount Maunganui, kaum zu glauben!

Ich bin etwas schreibfaul, gerade weil ich schon so viel Abstand nach Hause habe, aber ich versuche es trotzdem mal:

Die Landung in AKL war weniger spektakulär als ich sie mir vorgestellt habe. Es war noch dunkel und so konnte ich auch die Küstenumrisse und die Segelboote nicht sehen. Am Flughafen kam mir aber alles bekannt vor und ich fühlte mich gleich “angekommen”. Ohne Probleme sind wir durch die Ökokontrolle gekommen (man darf kein bisschen Dreck oder Obst oder so mit nach Neuseeland bringen, nicht etwa dass ich getestet wurde ob ich Öko genug bin – das hätte ich aber sicherlich auch bestanden) und auch das Visum haben wir ohne Probleme bekommen. Wie manche wissen hatte ich da ja ein wenig bedenken, weil ich ja mein Auto nicht abgemeldet habe beim letzten mal hier.

In Auckland hatten wir ein wenig mit dem Jetlag zu kämpfen, der Vorteil daran war dass die Duschräume morgens um 4 Uhr sauber und leer sind. Am näechsten Tag, dem Montag haben wir das Auto abgeholt und sind endlich losgefahren. Hinter der Stadt fing auch gleich das Paradies an wie man Neuseeland kennt: Grüne Hügel, weite Landschaften, einfach traumhaft.

Wie sind nach Coromandel gefahren, einer kleinen Halbinsel wo wir nach ein paar Zwischenstopps (ein paar ist eigentlich untertrieben, ständig haben wir angehalten um Fotos zu machen. Das war es aber wert :) ) in Coromandel Town ankamen. Wir überlegten weiter nach oben zu fahren, die Straße verwandelte sich dort aber in eine einspurige Schotterpiste am Hang entlang, was Michi etwas Angst machte. Unser “Darth”, wie der Van heißt hat aber keinerlei Probleme gemacht und nach 2h für 20 km sind wir an einem einsamen Strand angekommen wo nur ein paar Zelte und Vans standen und weit und breit keine Zivilisation zu sehen war. Wunderschön! Mit dem Kopf zum Meer sind wir mit Meeresrauschen im Ohr eingeschlafen.

Am nächsten Morgen mussten wir den Weg zurück fahren und sind zum Hot Water Beach, einem Strand wo eine Magma-Kammer den Sand erwärmt und man ein Loch graben kann um seinen eigenen Hot Pool zu machen. Der touristische Kram eben. Entsprechend Überfüllt war auch der Strand. Wir hielten uns nicht lange dort auf und fuhren weiter zur Cathedral Cove. Auch da war es ziemlich voll, ich erinnere mich als ich mit Michele damals dort war, wir waren damals die einzigen Leute die am Strand lang spaziert sind und die riesige Höhle bestaunt haben.

Ich wurde schon ganz kribbelig, denn dann machten wir uns auf dem Weg nach Mount Maunganui wo ich 3 Monate gelebt habe damals. Je näher wir kamen desto mehr erkannte ich und als der Mount in der ferne zu sehen war hatte ich ganz kitschig ein paar Tränen im Auge :)

Wir checkten in den teuren Campingplatz am Fuß des Mounts ein und machten uns auf dem Weg zu Breakers, wo ich gearbeitet habe und wo wir Matt treffen wollten. Ein tolles wiedersehen! Es fühlte sich gleich wieder so an wie damals, nur dass ich sonst kaum jemanden kenne hier.

Heute morgen sind wir wieder ziemlich früh aufgewacht und es war strahlend blauer Himmel, weshalb wir uns entschieden haben noch einen Tag länger hier zu bleiben. Wir haben uns mit Matt und Sam in einem Café getroffen und jetzt sitze ich hier im Mount Backpackers bzw. im Mount Internet, wo ich auch mal gearbeitet habe. Ganz schön strange, aber schön wieder hier zu sein!

Und jetzt gehen wir zum Strand.

Viele Grüße! Kaya

Wir haben unser Ziel Auckland erreicht. Die Lufthansa hat uns bei ihrem Flug bestens auf die Klimaveränderung vorbereitet. Im Flugzeug waren es entweder -10 oder +30 Grad. Dazwischen war allerdings nichts. Trotzdem war der Flug sehr schön mit Monitoren an jedem Sitz und aktuellen Filmen. Die Zeit hat man sehr gut rum bekommen. Mir persönlich haben die 11 Std. Flug nicht viel ausgemacht.

Der Landeanflug auf Osaka war recht abenteuerlich. Der Flughafen war nicht zu sehen. Erst kurz vorm Aufsetzen erschien der Boden unter den Tragflächen. Der Flughafen selbst war eher klein, aber irgendwie schon recht bizarr. Automaten wo man nur erahnen konnte zu welchem Zweck sie der Menschheit dienen. Es war schon schwierig genug sich eine Kaugummimarke aus dem kleinen Shop raus zu suchen. Ich hatte ernsthafte Bedenken welche Geschmacksrichtung es wohl sein mag.

Wir mussten 4 Std. am Gate auf unseren Anschlussflieger warten. Bespaßt wurden wir durch zwei Dinge, das Programm eines japanischen Senders, welches doch sehr seltsam war, besonders die Werbung, zum Anderen die Klänge einer Art Harfe, welche permanent und vollkommen unharmonisch durch den gesamten Flughafen schallten. In einer Art hypnotischer Trance haben wir dann auch ein kleines Nickerchen machen können bis wir dann endlich einchecken konnten.

Wir rechneten mit weniger Komfort in der Maschine von Air New Zealand, da dieser kleiner war, aber auch hier war für Ablenkung an jedem Sitz gesorgt. Hier versuchten wir beide auch das erste Mal zu schlafen, was sich als Herausforderung an das menschliche Skelett herausstellte. Nach verschiedensten Stellungen und diversen Versagen der Extremitäten kamen wir um 5:30 Uhr Ortszeit an einem regnerischen, aber dennoch warmen Morgen in Auckland an.

Die gesamte Fliegerei hat mir nicht so viel ausgemacht, auch der Jetlag hält sich in Grenzen. Nach einer Dusche, die auch bitter nötig war, haben wir gerade im Hostel ein Nickerchen gemacht und gehen jetzt die Stadt erkunden auf der Suche nach einem handfesten Essen. Es nieselt zwar vor sich hin, aber es ist wunderbar warm. Die Menschen sind sehr freundlich und gut gelaunt. Genau wir wir!

Damit verabschieden wir uns für heute. Morgen beginnt unser Roadtrip! Es ist 15:46 Uhr :o)

Gruß Michi

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