USA

Michi: Sind Temperaturen über 40 Grad noch zu ertragen? Ja, wenn du Luft staubig und trocken ist. Perfekt, dann lass uns nen Walk durch den Joshua Tree National Park machen!

Zugegeben, ich habe schon leichtere 5km Walks gemacht, aber selten schönere. Die Gegend ist sehr bizarr. Wenig Grünes und wenn, hat es Stacheln. Die Sonne brennt von oben runter, Wolken scheint es hier nicht zu geben. Das agilste sind eine Art Mäuse die der Hitze trotzen und munter hin und her rennen. Die Landschaft ist geprägt von den Joshua Trees die aussehen, als wüsten sie nicht wie sie wachsen sollen und die Arme quer in alle Richtungen strecken. Dazu kommen die teils abenteuerlich aussehenden Fellsbrocken, die übereinander gestapelt aussehen wie das Werk eines Dreijährigen. Jeder Griff zur Kamera ist eine Qual, das T-Shirt pappt an einem wie eine zweite Haut und im Schuh sammelt sich eine Pampe aus Schweiß, Steinen und Wüstensand.

Im Auto erkunden wir noch einige Ecken des Parks, vom Straßenrand schaut uns ein Coyote an, der ungefähr genauso viel Elan hat, wie ich nach einer Betriebsfeier. Bis es dunkel war waren wir im Park, eine tolle Atmosphäre, kein Licht von den Städten…nur das Heulen von Coyoten, das Rasseln von Schlangen und das Gewusel von allem was da so krabbelt…scheiße ab nach Hause!

Michi: Wir kamen nachts gegen 22:30 Uhr in Hollywood an und ich muss sagen, ich hatte nicht die beste Laune. Die Fahrerei in und um amerikanische Großstädte gleicht einem Nascar-Rennen. Zugegeben, nicht so schnell, aber alle fahren annähernd die gleiche Geschwindigkeit, aber jeder hat so seine Lieblingsspur. Dazu kommt, das die Fahrbahnmarkierung teils schlecht zu erkennen ist und man manchmal nicht weiß, ob man gerade ne Abfahrt, den Standstreifen oder die Einfahrt zu Starbucks benutzt. Nun wir hatten per Telefon das Hotel reserviert, Kreditkartennummer wurde hinterlegt. Es war schon schwer genug ein Hotel in der Nähe von Hollywood an einem Samstag zu finden. Wir kamen also an und der Fatzke sagt uns, dass das Zimmer storniert wurde weil es Probleme mit der deutschen Kreditkate gab. Sie waren aber zu blöd das Handy zurückzurufen von dem aus gebucht wurde. Also wurde das Zimmer an jemand anderen vergeben. Wir steckten mitten in der Nacht in LA fest, ohne Zimmer, müde und mies gelaunt. Er telefonierte dann ein bißchen rum und fand tatsächlich ein Zimmer. Allerdings nochmal 30km durch die Stadt. Das hat dann zum Glück alles geklappt.

Am nächsten Morgen haben wir uns zeitig um eine günstigere Alternative am Walk of Fame gekümmert und sind umgezogen. Im Auto stellte ich dann fest, dass mein iPhone fehlt. Nochmal rein, hoch aufs Zimmer, das wurde schon gereinigt, keine Handy mehr da. Long Story short – Bye Bye iPhone.

Der Walk of Fame ist bunt und laut, verrückte Menschen wo man hinsieht. Wir sind eingetaucht in diese farbenfrohe Welt und für diesen einen Tag was es auch völlig ok. Für den nächsten Tag hatten wir etwas lustigeres vor. Noch schnell ein neues iPhone besorgt, denn wir waren abhängig vom Navi. Der nächste Tag führte uns in die Universal Studios. Ein Freizeitpark rund um die Studios mit Achterbahn, Wasserrutsche und 3D Animationen. Alles rund ums Fernsehen. Schwerpunkte waren Transformers, Jurassic Park, Simpsons und den Mignons. Ein super toller Tag, einmal wieder Kind sein und das bei strahlendem Sonnenschein. Es war absolut großartig, auch wenn Kaya viele Sachen gar nicht kannte (Blues Brothers, Waterworld…junges Ding).

Am spätem Mittag haben wir uns dann von allen verabschiedet und sind in den Joshua Tree National Park gefahren. Und welches weltbekannte Motel gibt es hier…wer weiß es!? Das Harmony Motel, wo einst U2 verweilte und dies auch auf einen Plattencover verewigte. Geschichten aus der Wüste und wie wir es in den ersten Canyon schafften und ich dort nach todesmutigen Klettereien den besten Ausblick meines Lebens hatte beim nächsten Mal.

Michi: Ihr wundert euch vielleicht warum hier immer ich schreibe, meist ist es so, dass Kaya waehrenddessen organisiert, telefoniert, ne Unterkunft sucht oder den Mist mit Ihrem Fuehrerschein klaert. Dazu komme ich auch noch.

Die Route 1 ist die Kuestenstrasse in den USA, ein Must-See egal mit wem man spricht. Die schoenste Abschnitt, wurde uns versichert, war von Carmel Richtung sueden. Also rein ins Auto und ab auf die Strasse. Endlich angekommen fuhren wir also direkt am Meer. Da kann man nicht meckern. Es war wirklich eine wunderschoene Strecke, mit versteckten Straenden, Klippen und einem wahnsinns Ausblick. Ueberall sind Haltebuchten bzw. Vista-Points (Aussichtspunkten).

Einen kleinen Walk konnte man sogar machen, an einen “besonderen” Strand. Hier ergiesst sich ein Wasserfall direkt aus dem Fels auf diese versteckte Bucht. Ja was soll ich sagen, da kann ich Lissy nur zustimmen, ein armer Strahl, kaum groesser als eine ueberlaufende Dachrinne. Dich Bucht mit dem Strand war trotzdem schoen, Wasserfall hin oder her.

Das Helfersyndrom: Ein einem Vista-Point fiel uns ein Mann auf, der verwirrt und hilflos ums sich blickte und scheinbar jemanden suchte. Der Mann wird so mitte-ende 30 gewesen sein. Wir fragten wo das Problem sei. Es stellt sich heraus das Ron (er hatte ein Namensschild) taub war, demzufolge nicht  sprechen konnte. Wir haben auf alle freie Stellen auf Papier geschrieben die wir finden konnten um zu kommunizieren. Er war also mit zwei Freunden unterweges und die hatten ihn wohl vergessen. Natuerlich konnten wir nirgens anrufen, denn die Route 1 liegt fast voellig im Funkloch. Sollten wir ihn also mitnehmen bis zur naechsten Tankstelle um zu telefonieren? Auch bloed wenn seine Freunde zurueckkommen. Wir warteten mit ihm eine halbe Stunde. Er war schon sichtlich aufgeloest. Anschliessend fuhren wir dann doch an die nachste Tankstelle und benutzten dort ein oeffentliches Telefon. Ron hatte die Handynummer vom Kumpel griffbereit, ein Anruf…Mailbox. Kayas uebersetzter Wortlaut war:”Koennte es sein, dass ihr euern Freund vergessen habt?” Und ihn diesem Moment fuhren seine Freunde vorbei und haben Ron gesehen. Die beiden waren sichtlich erleichtert und ich glaube Ron waere fast in Ohnmacht gefallen. Ich habe gefragt wie man in so einem kleinem Auto den dritten Mann vergessen kann?! Die Antwort war schon schwarzer Humor, denn…nunja er redet halt nicht viel und sie dachten erschlaeft. “Keep your eyes open, you Jerks!” – Happy Ending.

Weiter ging es nach Los Angeles – Hollywood. Und wie wir hier nachts ankamen und unsere Buchung stoniert wurde und wie ich dann noch man iPhone verliere, dazu kommen wir dann im naechsten Artikel.

Michi: Hallo Ihr Lieben. Nach einiger Pause koennen wir nun endlich wieder ein wenig berichten. Ich versuche das mal ein bisschen zu sortieren, weil mittlerweile viel passiert ist.

Von San Francisco sind wir in den Yosemite National Park gefahren. Das ist wohl einer der schoensten Parks der Westkueste…dem kann man zustimmen. Auch Yogi-Baer wuerde sich hier wohlfuehlen. Dichte Waelder, Wasserfaelle, Flusslaeufe und schroffe Felsformationen praegen das Bild des Yosemite NP. Ich war wirklich froh aus der Stadt raus zu sein und endlich wieder mitten in der Natur zu stehen. Der stets dichte Verkehr um die Staedte ist wirklich ein Stressfaktor.

Im Yosemite selbst konnten wir einen wunderschoenen Walk machen. Bis zu einem Wasserfall. Der kam genau richtig, denn es war mal wieder unfassbar heiss an diesem Tag. Wir haben es hier meist 30 Grad oder mehr. Ich habe schon diese wunderschoene T-Shirt-Braeune, mit tiefbraunem Nacken und weissem Ruecken.

Ich denke ich kann fuer uns beide sprechen, wenn ich sage, dass der Yosemite das bishre schoenste Gesicht der US war. Versteht mich nicht falsche, die Staedte sind atemberaubend, aber so ein Landbewohner wie ich mag es doch eher gruen.

Abends haben wir dann noch per Zufall ein echt schoenes Hostel gefunden und konnten mit den verschiedensten Leuten um ein Feuer sitzen, Bierchen zischen und quatschen. Und das fuer eine Handvoll Dollar. Lustigerweise trafen wir ein Maedel aus Frankfurt am Main, tja da muss man wieder um den Erdball reisen um nen HessenIn zu treffen.

Michi: Weiter ging es nach San Francisco. Der Flug war holprig, was Kaya nicht so gefiel, aber wir sind gut angekommen. Alles ist etwas gechillter und nicht so stressig wie in New York. Das Wetter war super, die Luft ist aber kalt. Man wechselt dauernd zwischen Jacke und T-Shirt. Die Unterkunft war abenteuerlich und in der schlechtesten Gegend in SF. Wenigstens war das Frühstück inklusive…das Frühstück war auch scheiße.

Die Stadt dagegen war super schön, toll zum bummeln und shoppen. Am Pier 39 ist quasi der Treffpunkt für alle Touris. Hier geht es zu wie auf einem Jahrmarkt, inkl. Karussell und alles was dazu gehört.

Natürlich sind wir auch Cablecar gefahren. Generell muss ich sagen, dass wir echt versuchen alle Highlights mitzunehmen. Am Abend haben wir uns dann mit einem Freund von Kaya und seiner Frau in einer Bar getroffen, zur Happy Hour. Anschließend sind wir noch in ein Restaurant – lecker.

Am letzten Tag haben wir unser Auto abgeholt. Ein Mid-Sized Car haben wir bestellt. Bekommen haben wir doch ein recht großes Fahrzeug, gerade mal 11.000 Miles auf der Uhr mit allem Schnick-Schnack. Durch die Rush-Hour sind wir dann Richtung Yosemite aufgebrochen. Allein 1 Stunde haben wir gebraucht um aus dem SF raus zu kommen. Es war eine lange Autofahrt hier her, ich glaube 5 Stunden. Aber es hat sich gelohnt, wir haben eine schöne Unterkunft gefunden und ich habe gerade ausgeschlafen. Ich weiß noch nicht was uns erwartet. Es war schon dunkel und wir haben die Landschaft noch nicht gesehen. Dazu kommen wir dann im nächsten Artikel.

Heute wird dann also gewandert…hurra wieder laufen!

Michi: Alle haben gesagt, dass es sportlich sei, New York in so kurzer Zeit zu sehen. Zugegeben, ich rede ja eigentlich von Manhattan, aber da muss ich sagen, wir haben viel geschafft. Wir waren am Timesquare, im American Museum of Natural History, Top of the Rock, auf dem Empire State Building morgens und abends, an der Gedenkstätte vom World Trade Center, im Central Park, in China Town, Grand Central Terminal, Public Libary, in den verschiedensten Stadtteilen, wir sind um Manhattan mit dem Schiff gefahren und konnten von dort auch die Freiheitsstatue sehen. Und das Meiste haben wir zu Fuß erledigt!!!

Meine Lieblingsfilmlocation war übrigens das Ghostbusters-Headquader. Erkennt man sofort wieder.

Man kann wirklich sagen von Manhattan haben wir einen guten Eindruck bekommen. Die Stadtteile sind sehr abwechslungsreich und man ist irgendwann völlig übersättigt von den Eindrücken.

Die New Yorker stehen gerne an. Warum ist das so? Dieses Rätsel konnten wir nicht lösen. Fakt ist, dass wir Menschenschlangen an den unmöglichsten Orten gesehen haben, vor Footlocker, im Supermarkt und für nen Durchschnittsburger.
Ja, der bester Burger in New York ist der Shake Shack hier bei uns um die Ecke. Die haben ne Webcam, damit man sehen kann wie lange die Warteschlange ist, googelt das mal. Nun wir haben uns angestellt, bei Regen, da war die Schlange erträglich. Bekommen haben wir nen Burger so groß wie der Hamburger Royal TS. Geschmacklich war der ok, aber bester Burger in NY? Liebe New Yorker, nur weil man lange ansteht heißt das noch nicht, dass es außergewöhnlich ist.

Nun denn, morgen geht es dann nach San Francisco. Da gibt es wohl den besten Burger der Westküste. Die haben irgendwie so nen Battle, Eastcoast-Westcoast-Conflict.

Fotos folgen!

Kaya: Gestern ging es also los, endlich wieder in Tour nachdem ich am Tag zuvor meine Masterarbeit abgegeben habe und so gut wie fertig mit meinem Studium bin.
Um 13:45 startete der Flieger von Frankfurt nach New York. Wer mich kennt weiß, dass ich leichte Flugangst habe und Turbulenzen oder andere Unregelmäßigkeiten mich beim Fliegen leicht aus der Fassung bringen. Daher war das höchste Stresslevel bereits erreicht, als wir auf die Startbahn rollten und während der Sicherheitsanweisungen plötzlich alle Bildschirme Schwarz wurden, die Klimaanlage ausfiel und alles still war. Kurz darauf die Durchsage vom Kapitän: Leider sei eine technische Versorgungseinheit ausgefallen und startet gerade neu. Kurz darauf die Durchsage der Flugbegleiterin auf Deutsch, die das ganze als Ausfall eines technischen Triebwerkes übersetzte. Ich wurde leicht panisch. (Michi: Beste Durchsage:”Wir haben ein einen technischen Ausfall von einer…ähm…ein…ääähh…Triebwerk?!”).
Der Flug selbst war dann aber ohne Probleme, zwar lang und anstrengend aber immerhin hat alles am Flugzeug funktioniert.

In New York angekommen hieß es dann erst einmal Schlange stehen. Für die Passkontrolle: 50 Minuten, die Passkontrolle selbst, nach NSA-Standart, dauerte aufgrund eines sehr trägen Beamtens knapp 5 Minuten. Die Gepäckausgabe dann zum Glück recht schnell, aber nach der Schlange zum Zoll und der Schlange für das Taxi haben wir ungefähr zwei Stunden am Flughafen JFK gebraucht, bis wir in die Stadt fahren konnten.

Michi: Der Taxifahrer fuhr ungefähr so, wir ich bei GTA, alles kam einem irgendwie vertraut vor. Wusste in Manhatten auch gleich wo wir waren, hatte es ja schon vorher bei GoogleMaps angeschaut.

Wir sind direkt am Flatiron/Madison Square Park, von hier sieht man auch schon das Empire State Building. Unsere Host Kat ist super freundlich, hat uns alle möglichen Karten und Veranstaltungstermine zurecht gelegt. Ihre Wohnung ist super schön, groß und wir haben sogar ein eigenes Bad. Es hätte besser nicht sein können.

Abends sind mit nochmal los, klar was braucht der Deutsche um sich heimisch zu fühlen. Ein Bier! Im Madison Square Park gibt es den besten Hamburger NY und Laden läuft wohl so gut, dass die hier ne Riesen Party veranstaltet haben mit Live Konzert. Die Schlange war aber definitiv zu lang, also ist es beim Bier geblieben. Die Stadt ist beeindruckend. Freu mich schon darauf richtige Bilder zu machen. So jetzt mal duschen und dann geht es los.

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