Michi: Sind Temperaturen über 40 Grad noch zu ertragen? Ja, wenn du Luft staubig und trocken ist. Perfekt, dann lass uns nen Walk durch den Joshua Tree National Park machen!

Zugegeben, ich habe schon leichtere 5km Walks gemacht, aber selten schönere. Die Gegend ist sehr bizarr. Wenig Grünes und wenn, hat es Stacheln. Die Sonne brennt von oben runter, Wolken scheint es hier nicht zu geben. Das agilste sind eine Art Mäuse die der Hitze trotzen und munter hin und her rennen. Die Landschaft ist geprägt von den Joshua Trees die aussehen, als wüsten sie nicht wie sie wachsen sollen und die Arme quer in alle Richtungen strecken. Dazu kommen die teils abenteuerlich aussehenden Fellsbrocken, die übereinander gestapelt aussehen wie das Werk eines Dreijährigen. Jeder Griff zur Kamera ist eine Qual, das T-Shirt pappt an einem wie eine zweite Haut und im Schuh sammelt sich eine Pampe aus Schweiß, Steinen und Wüstensand.

Im Auto erkunden wir noch einige Ecken des Parks, vom Straßenrand schaut uns ein Coyote an, der ungefähr genauso viel Elan hat, wie ich nach einer Betriebsfeier. Bis es dunkel war waren wir im Park, eine tolle Atmosphäre, kein Licht von den Städten…nur das Heulen von Coyoten, das Rasseln von Schlangen und das Gewusel von allem was da so krabbelt…scheiße ab nach Hause!

Michi: Wir kamen nachts gegen 22:30 Uhr in Hollywood an und ich muss sagen, ich hatte nicht die beste Laune. Die Fahrerei in und um amerikanische Großstädte gleicht einem Nascar-Rennen. Zugegeben, nicht so schnell, aber alle fahren annähernd die gleiche Geschwindigkeit, aber jeder hat so seine Lieblingsspur. Dazu kommt, das die Fahrbahnmarkierung teils schlecht zu erkennen ist und man manchmal nicht weiß, ob man gerade ne Abfahrt, den Standstreifen oder die Einfahrt zu Starbucks benutzt. Nun wir hatten per Telefon das Hotel reserviert, Kreditkartennummer wurde hinterlegt. Es war schon schwer genug ein Hotel in der Nähe von Hollywood an einem Samstag zu finden. Wir kamen also an und der Fatzke sagt uns, dass das Zimmer storniert wurde weil es Probleme mit der deutschen Kreditkate gab. Sie waren aber zu blöd das Handy zurückzurufen von dem aus gebucht wurde. Also wurde das Zimmer an jemand anderen vergeben. Wir steckten mitten in der Nacht in LA fest, ohne Zimmer, müde und mies gelaunt. Er telefonierte dann ein bißchen rum und fand tatsächlich ein Zimmer. Allerdings nochmal 30km durch die Stadt. Das hat dann zum Glück alles geklappt.

Am nächsten Morgen haben wir uns zeitig um eine günstigere Alternative am Walk of Fame gekümmert und sind umgezogen. Im Auto stellte ich dann fest, dass mein iPhone fehlt. Nochmal rein, hoch aufs Zimmer, das wurde schon gereinigt, keine Handy mehr da. Long Story short – Bye Bye iPhone.

Der Walk of Fame ist bunt und laut, verrückte Menschen wo man hinsieht. Wir sind eingetaucht in diese farbenfrohe Welt und für diesen einen Tag was es auch völlig ok. Für den nächsten Tag hatten wir etwas lustigeres vor. Noch schnell ein neues iPhone besorgt, denn wir waren abhängig vom Navi. Der nächste Tag führte uns in die Universal Studios. Ein Freizeitpark rund um die Studios mit Achterbahn, Wasserrutsche und 3D Animationen. Alles rund ums Fernsehen. Schwerpunkte waren Transformers, Jurassic Park, Simpsons und den Mignons. Ein super toller Tag, einmal wieder Kind sein und das bei strahlendem Sonnenschein. Es war absolut großartig, auch wenn Kaya viele Sachen gar nicht kannte (Blues Brothers, Waterworld…junges Ding).

Am spätem Mittag haben wir uns dann von allen verabschiedet und sind in den Joshua Tree National Park gefahren. Und welches weltbekannte Motel gibt es hier…wer weiß es!? Das Harmony Motel, wo einst U2 verweilte und dies auch auf einen Plattencover verewigte. Geschichten aus der Wüste und wie wir es in den ersten Canyon schafften und ich dort nach todesmutigen Klettereien den besten Ausblick meines Lebens hatte beim nächsten Mal.

Michi: Ihr wundert euch vielleicht warum hier immer ich schreibe, meist ist es so, dass Kaya waehrenddessen organisiert, telefoniert, ne Unterkunft sucht oder den Mist mit Ihrem Fuehrerschein klaert. Dazu komme ich auch noch.

Die Route 1 ist die Kuestenstrasse in den USA, ein Must-See egal mit wem man spricht. Die schoenste Abschnitt, wurde uns versichert, war von Carmel Richtung sueden. Also rein ins Auto und ab auf die Strasse. Endlich angekommen fuhren wir also direkt am Meer. Da kann man nicht meckern. Es war wirklich eine wunderschoene Strecke, mit versteckten Straenden, Klippen und einem wahnsinns Ausblick. Ueberall sind Haltebuchten bzw. Vista-Points (Aussichtspunkten).

Einen kleinen Walk konnte man sogar machen, an einen “besonderen” Strand. Hier ergiesst sich ein Wasserfall direkt aus dem Fels auf diese versteckte Bucht. Ja was soll ich sagen, da kann ich Lissy nur zustimmen, ein armer Strahl, kaum groesser als eine ueberlaufende Dachrinne. Dich Bucht mit dem Strand war trotzdem schoen, Wasserfall hin oder her.

Das Helfersyndrom: Ein einem Vista-Point fiel uns ein Mann auf, der verwirrt und hilflos ums sich blickte und scheinbar jemanden suchte. Der Mann wird so mitte-ende 30 gewesen sein. Wir fragten wo das Problem sei. Es stellt sich heraus das Ron (er hatte ein Namensschild) taub war, demzufolge nicht  sprechen konnte. Wir haben auf alle freie Stellen auf Papier geschrieben die wir finden konnten um zu kommunizieren. Er war also mit zwei Freunden unterweges und die hatten ihn wohl vergessen. Natuerlich konnten wir nirgens anrufen, denn die Route 1 liegt fast voellig im Funkloch. Sollten wir ihn also mitnehmen bis zur naechsten Tankstelle um zu telefonieren? Auch bloed wenn seine Freunde zurueckkommen. Wir warteten mit ihm eine halbe Stunde. Er war schon sichtlich aufgeloest. Anschliessend fuhren wir dann doch an die nachste Tankstelle und benutzten dort ein oeffentliches Telefon. Ron hatte die Handynummer vom Kumpel griffbereit, ein Anruf…Mailbox. Kayas uebersetzter Wortlaut war:”Koennte es sein, dass ihr euern Freund vergessen habt?” Und ihn diesem Moment fuhren seine Freunde vorbei und haben Ron gesehen. Die beiden waren sichtlich erleichtert und ich glaube Ron waere fast in Ohnmacht gefallen. Ich habe gefragt wie man in so einem kleinem Auto den dritten Mann vergessen kann?! Die Antwort war schon schwarzer Humor, denn…nunja er redet halt nicht viel und sie dachten erschlaeft. “Keep your eyes open, you Jerks!” – Happy Ending.

Weiter ging es nach Los Angeles – Hollywood. Und wie wir hier nachts ankamen und unsere Buchung stoniert wurde und wie ich dann noch man iPhone verliere, dazu kommen wir dann im naechsten Artikel.

Michi: Hallo Ihr Lieben. Nach einiger Pause koennen wir nun endlich wieder ein wenig berichten. Ich versuche das mal ein bisschen zu sortieren, weil mittlerweile viel passiert ist.

Von San Francisco sind wir in den Yosemite National Park gefahren. Das ist wohl einer der schoensten Parks der Westkueste…dem kann man zustimmen. Auch Yogi-Baer wuerde sich hier wohlfuehlen. Dichte Waelder, Wasserfaelle, Flusslaeufe und schroffe Felsformationen praegen das Bild des Yosemite NP. Ich war wirklich froh aus der Stadt raus zu sein und endlich wieder mitten in der Natur zu stehen. Der stets dichte Verkehr um die Staedte ist wirklich ein Stressfaktor.

Im Yosemite selbst konnten wir einen wunderschoenen Walk machen. Bis zu einem Wasserfall. Der kam genau richtig, denn es war mal wieder unfassbar heiss an diesem Tag. Wir haben es hier meist 30 Grad oder mehr. Ich habe schon diese wunderschoene T-Shirt-Braeune, mit tiefbraunem Nacken und weissem Ruecken.

Ich denke ich kann fuer uns beide sprechen, wenn ich sage, dass der Yosemite das bishre schoenste Gesicht der US war. Versteht mich nicht falsche, die Staedte sind atemberaubend, aber so ein Landbewohner wie ich mag es doch eher gruen.

Abends haben wir dann noch per Zufall ein echt schoenes Hostel gefunden und konnten mit den verschiedensten Leuten um ein Feuer sitzen, Bierchen zischen und quatschen. Und das fuer eine Handvoll Dollar. Lustigerweise trafen wir ein Maedel aus Frankfurt am Main, tja da muss man wieder um den Erdball reisen um nen HessenIn zu treffen.

Michi: Weiter ging es nach San Francisco. Der Flug war holprig, was Kaya nicht so gefiel, aber wir sind gut angekommen. Alles ist etwas gechillter und nicht so stressig wie in New York. Das Wetter war super, die Luft ist aber kalt. Man wechselt dauernd zwischen Jacke und T-Shirt. Die Unterkunft war abenteuerlich und in der schlechtesten Gegend in SF. Wenigstens war das Frühstück inklusive…das Frühstück war auch scheiße.

Die Stadt dagegen war super schön, toll zum bummeln und shoppen. Am Pier 39 ist quasi der Treffpunkt für alle Touris. Hier geht es zu wie auf einem Jahrmarkt, inkl. Karussell und alles was dazu gehört.

Natürlich sind wir auch Cablecar gefahren. Generell muss ich sagen, dass wir echt versuchen alle Highlights mitzunehmen. Am Abend haben wir uns dann mit einem Freund von Kaya und seiner Frau in einer Bar getroffen, zur Happy Hour. Anschließend sind wir noch in ein Restaurant – lecker.

Am letzten Tag haben wir unser Auto abgeholt. Ein Mid-Sized Car haben wir bestellt. Bekommen haben wir doch ein recht großes Fahrzeug, gerade mal 11.000 Miles auf der Uhr mit allem Schnick-Schnack. Durch die Rush-Hour sind wir dann Richtung Yosemite aufgebrochen. Allein 1 Stunde haben wir gebraucht um aus dem SF raus zu kommen. Es war eine lange Autofahrt hier her, ich glaube 5 Stunden. Aber es hat sich gelohnt, wir haben eine schöne Unterkunft gefunden und ich habe gerade ausgeschlafen. Ich weiß noch nicht was uns erwartet. Es war schon dunkel und wir haben die Landschaft noch nicht gesehen. Dazu kommen wir dann im nächsten Artikel.

Heute wird dann also gewandert…hurra wieder laufen!

Michi: Alle haben gesagt, dass es sportlich sei, New York in so kurzer Zeit zu sehen. Zugegeben, ich rede ja eigentlich von Manhattan, aber da muss ich sagen, wir haben viel geschafft. Wir waren am Timesquare, im American Museum of Natural History, Top of the Rock, auf dem Empire State Building morgens und abends, an der Gedenkstätte vom World Trade Center, im Central Park, in China Town, Grand Central Terminal, Public Libary, in den verschiedensten Stadtteilen, wir sind um Manhattan mit dem Schiff gefahren und konnten von dort auch die Freiheitsstatue sehen. Und das Meiste haben wir zu Fuß erledigt!!!

Meine Lieblingsfilmlocation war übrigens das Ghostbusters-Headquader. Erkennt man sofort wieder.

Man kann wirklich sagen von Manhattan haben wir einen guten Eindruck bekommen. Die Stadtteile sind sehr abwechslungsreich und man ist irgendwann völlig übersättigt von den Eindrücken.

Die New Yorker stehen gerne an. Warum ist das so? Dieses Rätsel konnten wir nicht lösen. Fakt ist, dass wir Menschenschlangen an den unmöglichsten Orten gesehen haben, vor Footlocker, im Supermarkt und für nen Durchschnittsburger.
Ja, der bester Burger in New York ist der Shake Shack hier bei uns um die Ecke. Die haben ne Webcam, damit man sehen kann wie lange die Warteschlange ist, googelt das mal. Nun wir haben uns angestellt, bei Regen, da war die Schlange erträglich. Bekommen haben wir nen Burger so groß wie der Hamburger Royal TS. Geschmacklich war der ok, aber bester Burger in NY? Liebe New Yorker, nur weil man lange ansteht heißt das noch nicht, dass es außergewöhnlich ist.

Nun denn, morgen geht es dann nach San Francisco. Da gibt es wohl den besten Burger der Westküste. Die haben irgendwie so nen Battle, Eastcoast-Westcoast-Conflict.

Fotos folgen!

Kaya: Gestern ging es also los, endlich wieder in Tour nachdem ich am Tag zuvor meine Masterarbeit abgegeben habe und so gut wie fertig mit meinem Studium bin.
Um 13:45 startete der Flieger von Frankfurt nach New York. Wer mich kennt weiß, dass ich leichte Flugangst habe und Turbulenzen oder andere Unregelmäßigkeiten mich beim Fliegen leicht aus der Fassung bringen. Daher war das höchste Stresslevel bereits erreicht, als wir auf die Startbahn rollten und während der Sicherheitsanweisungen plötzlich alle Bildschirme Schwarz wurden, die Klimaanlage ausfiel und alles still war. Kurz darauf die Durchsage vom Kapitän: Leider sei eine technische Versorgungseinheit ausgefallen und startet gerade neu. Kurz darauf die Durchsage der Flugbegleiterin auf Deutsch, die das ganze als Ausfall eines technischen Triebwerkes übersetzte. Ich wurde leicht panisch. (Michi: Beste Durchsage:”Wir haben ein einen technischen Ausfall von einer…ähm…ein…ääähh…Triebwerk?!”).
Der Flug selbst war dann aber ohne Probleme, zwar lang und anstrengend aber immerhin hat alles am Flugzeug funktioniert.

In New York angekommen hieß es dann erst einmal Schlange stehen. Für die Passkontrolle: 50 Minuten, die Passkontrolle selbst, nach NSA-Standart, dauerte aufgrund eines sehr trägen Beamtens knapp 5 Minuten. Die Gepäckausgabe dann zum Glück recht schnell, aber nach der Schlange zum Zoll und der Schlange für das Taxi haben wir ungefähr zwei Stunden am Flughafen JFK gebraucht, bis wir in die Stadt fahren konnten.

Michi: Der Taxifahrer fuhr ungefähr so, wir ich bei GTA, alles kam einem irgendwie vertraut vor. Wusste in Manhatten auch gleich wo wir waren, hatte es ja schon vorher bei GoogleMaps angeschaut.

Wir sind direkt am Flatiron/Madison Square Park, von hier sieht man auch schon das Empire State Building. Unsere Host Kat ist super freundlich, hat uns alle möglichen Karten und Veranstaltungstermine zurecht gelegt. Ihre Wohnung ist super schön, groß und wir haben sogar ein eigenes Bad. Es hätte besser nicht sein können.

Abends sind mit nochmal los, klar was braucht der Deutsche um sich heimisch zu fühlen. Ein Bier! Im Madison Square Park gibt es den besten Hamburger NY und Laden läuft wohl so gut, dass die hier ne Riesen Party veranstaltet haben mit Live Konzert. Die Schlange war aber definitiv zu lang, also ist es beim Bier geblieben. Die Stadt ist beeindruckend. Freu mich schon darauf richtige Bilder zu machen. So jetzt mal duschen und dann geht es los.

Ohne direktes Ziel sind wir an dem Morgen, nach den Höhlen, gestartet. Wir wussten nur, es geht Richtung Hamilton. Der Lonely Planet wusste Rat und wir entschieden uns für Raglan. Eine sehr bekannte Gegend für Surfer aus aller Welt. Die Küste bietet optimale Bedingungen und es ist genügend Platz. Das kleine, wirklich schöne Städtchen bietet alles was das Herz begehrt…zu unverschämten Preisen. Aber dank unserer Wagenvermietung bekamen wir auf einem wirklich tollen Campingplatz einen ordentlichen Rabatt. Auch die Gegend um Raglan ist wunderschön mit riesigen Stränden. Irgendwie kann man davon einfach nicht genug bekommen. Ich meine wir müssen nicht mehr jeden fotografieren und wir haben nun wirklich schon extrem viele gesehen, aber es tut immer wieder gut am Strand zu sitzen und aufs Meer zu schauen. In Hönebach kann ich dann wieder Richtung Autobahn schauen…super.

Weiter ging es Richtung Hamilton und auf dem Weg haben wir einen Anhalter mitgenommen. Einen schmächtigen 17 jährigen mit einem fantastischen Humor. Er erzählte uns, dass er mit seinen Eltern von Südafrika ausgewandert sei. Er wusste nicht so ganz was er machen soll und hat die Schule abgebrochen um erst einmal ein bisschen zu chillen. Die meiste Zeit kifft er wohl mit seinen Freunden in Hamilton. Auf der Fahrt hat er mich echt oft zum Lachen gebracht mit seinen Geschichten.
In einer iSite, einem Informationszentrum für Touristen, haben wir uns dann Clarks-Beach von einer dicken Frau empfehlen lassen, sie wusste auch wo es die größten Portionen Eis gab, eine klare Insiderinformation und die Frau musste es wissen. Also los ging es. Das Eis war wirklich groß, aber auch nicht billig, aber geschmacklich einwandfrei. Der Campingplatz war ok, mit einem großen Gemeinschaftraum. Wir warfen unsere gesamtes Restessen in eine Pfanne und klebten es mit Käse zusammen. Ein königliches Mahl füllte unsere Mägen. Weil wir bereits alle Kartenspiele gespielt und alle Bücher gelesen hatten schauten wir Big Bang Theory. Fühlte sich schon fast an wie zu Hause.

Am nächsten Morgen trafen wir kurz vor Auckland unsere Freunde Joana & Nico wieder. Wir waren etwas früher am Treffpunkt und so beschloss Kaya eine Pediküre machen zu lassen. Vereinbart waren 20min, gedauert hat es doppelt so lange. Vier Wochen Urlaub im Bus gingen auch an Kaya nicht spurlos vorbei. Egal, das Ergebnis war hervorragend! Also Joana & Nico dann eintrafen sind wir zusammen zum traurigen Abschied unseres Hauses gefahren, wir mussten Darth abgeben. Er war ein treuer und zuverlässiger Gastgeber und er hat ja dieses Abenteuer erst möglich gemacht, trotz seiner 390.000km auf der Uhr. Unsere Rucksäcke waren deutlich schwerer als vorher und standen ordentlich unter Spannung. Aber wir haben alles unter bekommen.

Mit den beiden haben wir uns ein 4-Leute-Häusschen nahe dem Flughafen auf einem Campingplatz genommen. Ein „eigenes“ Bad zu haben war schon toll, für die Beiden war aber eher das Bett was tolles, sie waren nämlich vorher nur mit Zelt unterwegs. Gekrönt wurde der Abend von einem wunderbaren BBQ und viel Wein. Leider habe ich echt schlecht geschlafen, Kaya ging es ähnlich. Der Körper werte sich wohl von der schönen Insel Abschied zu nehmen.

Am nächsten Morgen fuhren uns die beiden an den Flughafen. Alles verlief reibungslos. Natürlich waren unsere Rucksäcke deutlich schwerer als bei der Abreise, der Familie wollte man ja was mitbringen, aber wir lagen noch im Rahmen. Wir waren noch ziemlich gerädert vom Vorabend, aber an Schlaf war nicht zu denken.
Neuseeland verabschiedete uns so wie es uns empfangen hat, mit dichten Wolken und etwas Regen. Als wir im Flugzeug saßen und starteten waren wir beide schon sehr traurig. Ein Blick aus dem Fenster machte deutlich, dass es nun Zeit war Tschüss zu sagen. Die Landschaft wurde immer kleiner und langsam schloss sich die Wolkendecke unter uns, als würde ein Traum langsam ausgeblendet werden. Mach’s gut Neuseeland und danke für die Gastfreundlichkeit, das tolle Wetter, die unbeschreibliche Landschaft, die interessanten Tiere und die stets freundlichen und hilfsbereiten Menschen. Es war einfach eine unglaubliche Zeit an die wir uns sicher unser ganzes Leben gerne zurückerinnern werden.

 

Unsere Reise geht nun langsam dem Ende zu und irgendwie spürt man es schon. Man macht sich schon öfter Gedanken, was einen erwartet und wie ivel Arbeit ist liegen geblieben ist. Aber wir lassen uns von diesen Geistesblitzen nicht unterkriegen, im Gegenteil, wir versuchen nochmal Gas zu geben und versuchen alles erdenkliche mit zu nehmen. Es geht also heute zum Mt. Taranaki!

Der Berg zählt zu einer der jüngsten Vulkanen und ist mit 2500m schon von weitem gut zu erkennen. Er wirkte von weitem wir falsch im Land platziert, da es rings rum recht Flach ist. Durch das leicht neblige Wetter konnte man ihn von weitem zwar erahnen, es wirkte aber fast unecht. Mehrere Straßen führen zum Berg, wir beschlossen die Route zu nehmen, an der wir der Spitze am nächsten kamen um einen Walk zu machen.
Jetzt von Nahen ist der Vulkan sehr eindrucksvoll und überrascht mich mit dichter Vegetation. Die Straße die wir fahren ist quasi in den Wald geschlagen worden und nur so breit wie gerade nötig. Der Walk war erwartend steil an einigen Passagen, belohnt wurden wir mit einem tollen Wasserfall, gespeist vom eiskalten Bergwasser. Barfuß durch das Wasser zu laufen erwies sich als ziemlich blöde Idee, wie ich festellen musste. Das Wasser war dermaßen kalt, dass mir nach wenigen Sekunden die Füße drohten abzufallen. Da es sich mit Gehstumpen schlecht laufen lässt entschied ich mich für das rettende Ufer. Weiter ging es nach Waitomo.

Waitomo bedeutet übersetzt Loch im Boden. Warum? Das sollten wir noch herausfinden. Wir checkten also noch am späten Abend in einem Campingplatz ein, verließen diesen aber sofort wieder um uns im Dunkeln die Höhlen anzusehen. Das klingt jetzt erst einmal nach einer saublöden Idee, macht aber Sinn, wenn man weiß, dass es dort von Glühwürmchen nur so wimmelt. Zu den Glühwürmchen in Neuseeland muss gesagt werden, dass es, nicht wie bei uns, tatsächlich kleine Würmer sind. Sie hängen an feuchten Wänden und Decken und durch eine chemische Reaktion an ihrem Hintern leuchtet dieser. Jemand sagte es sei die Sch***e die da leuchtet, aber das kann und will ich nicht wahr haben! Wir tasteten uns also langsam mit einer kleinen Taschenlampe voran. Der Weg war schmal und man hörte immer wieder das Rauschen eines Baches. Irgendwann sind wir in eine Höhle. Auf dem Weg hingen die Würmer schon überall rum, aber in der Höhle war das doch noch eindrucksvoller. Richtig gut sollte es aber erst am nächsten Morgen werden.

Black Water Rafting ist das Stichwort! Das funktioniert folgendermaßen: Man quetscht sich in einen noch nass-kalten Neoprenanzug, zieht ein paar Gummischuhe an, setzt einen Helm auf und schnappt sich einen Gummiring. Anschließend lässt man sich von zwei überdrehten Mädels instruieren, was man tun kann um nicht drauf zu gehen. Mit einer Gruppe von 12 Leuten kriecht mach dann in einen Spalt im Boden, der so eng ist, dass man ihn beim Wandern durchaus hätte übersehen können. Man steigt bis zur Hüfte (je nach Körpergröße, die Japaner mussten hier quasi schon tauchen) in das eiskalte Wasser und los ging‘s. Die Kleine Lampe am Helm ließ oft nur erahnen wir groß diese Höhle tatsächlich war. Man ließ sich also abwechselnd von der Strömung im Ring treiben oder kletterte. Bei einer Passage mussten wir die Lampen ausschalten. Der Blick an die Decke war einfach atemberaubend. Die Decke war voll mit Glühwürmchen, das Licht wurde von der Wasseroberfläche reflektiert. Es sah einfach irre aus! Wir mussten noch von zwei kleinen Wasserfällen springen und kamen dann einer eine schöne Stelle zur Demonstration warum – aufgepasst – es Waitomo heißt. Direkt über uns war ein Loch in ca. 15m Höhe, kaum größer als eine Handfläche, man konnte aber deutlich das Tageslicht sehen. Diese Löcher gibt es wohl des Öfteren und daher der Name. Eine aufregendes Erlebnis.

 

Nach den Tagen in den verlassenen Catlins, dem suedlichsten Punkt Neuseelands habe wir es genossen wieder in einer Stadt zu sein und waren ausgiebig bummeln. Da die Schokoladenfabrik so lecker gerochen hat (von aussen!), haben wir fuer den naechsten Tag eine Fuehrung durch die Fabrik gebucht. Wir haben zwar nciht so viel verstanden von dem, was er uns erzaehlt hat, Hauptsache wir haben aber massenhaft Schokolade bekommen. Ehrlich gesagt haben die Kiwis einen etwas seltsamen Geschmack: Wer mag schon Marshmellows mit Schokolade drum herum?? Hier in Neuseeland steht das ganz hoch im Kurs…

Auf dem Campingplatz in Dunedin haben wir dann zwei deutsche wieder getroffen, die auch in Milford Sound schon neben uns gecampt haben und wir kamen ins Gespraech. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Deutsche man hier trifft!

Nach Dunedin ging es weiter nach Christchurch – wir haben lange ueberlegt, ob wir dort hinfahren wollen da es ja von dem Erdbeben vor einem Jahr noch ziemlich zerstoert ist. Andererseits haben wir von einer Neuseelaenderin gehoert, dass die Leute dort noch immer sehr auf den Tourismus angewiesen sind und wir planten, zumindest mal vorbei zu fahren, es lag ja eh auf dem Weg.

In Christchurch im Industrie- und Gewerbegebiet sowie in den aeusseren Gebieten hat man nicht viel von der Zerstoerung gesehen, je weiter wir ins city center kamen desto mehr sah man Strassenbauarbeiten und desto weniger war auf der Strasse los. Das Cathedral Square, die Innenstadt, war komplett gesperrt und man durfte weder zu Fuss noch mit dem Auto dort hinein. Vor 5 Jahren war ich schon einmal in Christchurch und ich war geschockt, wie anders und wie zerstoert es war. Viele Gebaeude waren abgerissen, die Shops fast alle geschlossen und ueberhaupt waren sehr wenige Menschen auf der Strasse. Wir machten nur kurz bei Pak ‘n Save Halt und fuhren dann weiter auf einen Campingplatz einige km von Chch entfernt, direkt am Strand. Dort war es nicht weniger gruselig, der Platz stand voll mit Campern aber nirgendwo war ein Mensch zu sehen… Unheimlich.

Am naechsten Tag ging es weiter nach Keikoura, wo wir Wale beobachten wollten. Auf dem Weg buchten wir einen Bootstrip und freuten uns auf den naehctsen Tag. Keikoura ist ein kleines Hafenstaedtchen mit vielen Shops, Cafes und natuerlich Take-aways (die Take-away kultur der neuseelaender ist ziemlich gross!).

Wale kommen dorthin, weil durch die Kontinentalplatten sehr flache und sehr, sehr tiefe gewaesser nah beieinander liegen und dort viel Futter fuer die Wale rumschwimmt. Als wir zu der Whale Watch Station gingen, wurde direkt daneben auch Helikopterfluege angeboten, zwar nur 20 min aber dafuer war man schneller bei den Walen und hat sie auch von oben gesehen und nciht nur die Flosse.

Kurzerhand stornierten wir unsere Boots-Buchung und flogen mit dem Helikopter zu den Walen. In der Kaikoura Bucht sind das ganze jahr4 Pottwale zu sehen die dort leben. Ich habe nachgefragt, es gibt sehr strikte einschraenkungen damit die Wale nicht zu sehr von dem tourismus gestoert werden also konnte ich das mit meinem gewissen vereinbaren. Die Aussicht von oben war atemberaubend!! Bilder folgen wenn wir wieder in einem richtigen Internet café sind.

Nach Keikoura sind wir nach Pictom gefahren, wo wir abends um halb 11 die Faehre nach Wellington genommen haben, wo wir nachts um 1 Uhr angekommen sind. Voellig fertig und muede sind wir auf den naechstbesten Campingplatz gefahren.

Den naechsten Tag verbrachten wir in Wellington, waren im Museum und bummelten durch die Stadt. Es gibt uebrigens keinen schlechten Kaffee in Neuseeland!

Viele Gruesse!

 

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